Die Bewegungen im Baguazhang, kurz Bagua genannt, sind so weich wie im Tai Ji und zugleich so hart und kraftvoll wie im Xing Yi. Bagua ist dreidimensional und basiert auf spiral- und kugelförmigen Bewegungen. Tai Chi be­schreibt einen Kreis, Xing Yi eine Gerade und Bagua eine Kugel.

Die Wurzeln des Bagua stammen aus den daoistischen Klöstern des Wudangge­birges und sind schätzungsweise 4000 Jahre alt. Aus den Erkenntnissen der Mön­che bei einer besonderen Form der Gehmeditation im Kreis um einen brennenden Ölleuchter, sollen die Bewegungen entstanden sein.
Das Buch der Wandlungen, das I Ging, gilt als philosophische Grundlage. Das I Ging behandelt die Prinzipi­en des ewigen Wandels. So wandeln sich beim Kampf die Bewegungen, das Tempo und die Richtungen ständig ohne Unterbrechung
.

Der Kampfkunstmeister Dong Hai Quan begann 1830 als erster Bagua so zu unterrichten wie wir es heute kennen. Er nahm nur wenige ausgewählte Schüler an. Von ihnen leiten sich die heute bekannten Stilrichtungen ab.

Baguazhang orientiert sich an den Gegebenheiten der Natur und den Bewegungen der 8 Tiere: Schwalbe, Adler, Bär, Affe, Drache, Schlange. Tiger und Pferd. Zu den Grundprinzipien des Bagua gehören die 5 Wandlungsphasen sowie die Zyklen von gegenseitigem Hervorbringen und Unterdrücken. Charakteristisch ist das ständige Gehen auf einer gedachten Kreislinie sowie die zahlreichen Dreh und Spiralbewegungen.

Das von Meister Tian Liyang unterrichtete Bagua enthält Elemente des Xingyi und wird deshalb Xingyi Bagua genannt.

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